Wochenende auf dem Ith
Tja, jetzt sitz ich hier um halb zwei nachts, morgen fängt der Alltag wieder volle Kanne mit Wahl-Nachbereitung an, und mir tun so etliche Dinge an meinem Körper weh *grins*
Das liegt voll und ganz an diesem Wochenende, ist aber nicht schlimm, schließlich will ich es so ja ;-)
Es ging zum Ith. Das ist das Klettergebiet meiner Anfänge, dort habe ich das Klettern im Fels und das Vorsteigen bei selbstgelegten Sicherungen gelernt. Und es ist einfach klasse dort :-)
Anlass war der Geburtstag von Pam, und zunächst ging es zu viert los, es sollten aber mehr werden im Laufe der Tage.
Die Packerei war natürlich wieder mal gigantisch. Da wir für eine größere Gruppe planten, hatte ich schlußendlich drei Zelte dabei, einen Haufen Fressalien, zwei Isomatten, Küchenzeugs usw. usf, nicht zu vergessen einen Großteil meiner Kletterausrüstung, so daß mein Autochen schon ziemlich voll war. Zum Glück teilten wir uns schon jetzt auf zwei Autos auf, so daß ich die komplette Rückbank noch frei für Gepäck hatte.
Reichlich spät kamen wir am Freitag los, und zum Briefwählen bin ich trotzdem nicht mehr gekommen - naja, am DIESEM Wahlergebnis hätt ich eh nix mehr rütteln können ;)
Pünktlich zum Zeltaufbau fing es dann auch an zu nieseln, zum Glück aber nicht doll. Den Abend verbrachten wir gemütlich unter dem Tarp, bei Gitarrespielen, Singen und Grillen. Und später dann noch "Wahl, Wahrheit oder Pflicht"-Spielen - und ich wußte es schon vorher: ich mag solche Spiele nicht besondern ;-)
Naja, immerhin kamen dadurch die anderen in den Genuß eines barfüssigen Regentanzes und peinlichere Informationen über meine Jugendsünden... *rolleyes*
Dabei gesellte sich übrigens auch noch ein Klettermaxe zu uns, Michael, der eigentlich einen Freund hier treffen sollte, jener aber nicht kam, so daß er etwas anschlußlos war... - sehr knuffiger Kerl. :-) Ein klein wenig verrückt, aber sympathisch.
Irgendwann schauten wir entgeistert auf die Uhr, und stellten fest, daß es schon jenseits der vier Uhr morgens war - das Fatale: ich war kaum müde!
Die neue Isomatte wurde diese Nacht entjungfert! Und ich muß sagen, sie ist äußerst bequem! :-D Und was die angekündigten Temperaturen angeht: es war wesentlich wärmer als befürchtet. Die lange Unterwäsche plus Socken waren im Schlafsack eigentlch fast überflüssig, zumindest war mir morgens stets zu warm.
Übrigens hatte es nachts ziemlich doll geregnet. Dementsprechend waren die Wege ziemlich schlammig, und auch die Wiese war ziemlich weich. Stiefel, Schuhe und der Platz unter dem Tarp sahen in Windeseile aus wie ein Schlachtfeld *ggg*
Sehr relaxed hatten wir deshalb am Samstag ausgeschlafen, und das, obwohl ich tatsächlich (nach 1-2 Stunden Schlaf) gegen 6 Uhr schon wieder aufgewacht bin und danach nur noch dösend und alle halbe Stunde auf die Uhr linsend weiter rumgelegen habe. Die anderen jedoch fröhnten dem Ausschlafen wesentlich hartnäckiger als ich, so daß ich in der Morgensonne etwas an Gormenghast weiterlesen konnte, bis mir dabei doch die Augen zufielen und ich mich wieder zurück in den Schlafsack verkroch, wo ich dann doch noch einnickte, bis die anderen wach waren.
Später kamen dann noch die restlichen dazu, und ich lernte mal den amerikanischen Freund von Pams Cousine kennen - er brachte uns alle dazu, wenigstens wieder mal ein bißchen englisch zu reden, weil er nicht wirklich viel Deutsch konnte. :-)
Und neben jede Menge Fußballspielen (Pams Arbeitskollegin Sheila spielt nämlich in einer Frauenfußballmannschaft und war die ganze Zeit heiß darauf, rumzukicken) gings dann endlich auch zu den Felsen! :D
Es ist jedesmal immer wieder ein echtes Wiedersehen, und fast wehmütig lege ich in solchen Fällen meine Hände an die Steinformationen und merke, daß Klettern einfach der tollste Sport ist, den ich bisher kenne, und vermutlich wird das auch so bleiben.
Sheila hatte dann auch ihre Premiere, es war ihr erstes Mal an einem Kletterseil; und es war einfach toll zu beobachten, wie sie es erlebte! :-) Und das Beste daran natürlich: es gefiel ihr bombig! Es bleibt zu hoffen, daß sie jetzt vielleicht öfter mal mitkommt, dann wären wir zu viert, und es bräuchte nicht immer einer warten, während die anderen beiden klettern.
Leider zieht es sich zu viert mit einem Seil auch ziemlich dahin, so daß wir letzten Endes auch nur die eine Route zusammen geklettert haben, und nur ich alleine hatte dann noch eine zweite versucht, diesmal im Vorstieg, was wieder richtig schön war, mit all dem Geklimper am Gurt, und RICHTIG zu klettern - die selbst abgesicherte Kletterei ist für mich einfach das eigentlich, echte Klettern, alles andere sind abgeschwächte, vereinfachte Formen. :)
Dann wurde es allen etwas zu kühl, und es ging wieder zurück zum Zeltplatz. Zu einem tollen Sonnenuntergang (den wir aber leider nur erahnen konnten, weil wir nämlich nur die roten Wolken vor dem blauen Himmel sehen konnten, der eigentliche Sonnenuntergang wurde von dem bewaldeten Hügelkamm, der auf der anderen Seite die Kletterfelsen beherbergte, verdeckt - man hätte in Windeseile den Kilometer zu den Felsen spurten müssen, um von einem der Felsköpfe den Sonnenuntergang zu sehen, und wer weiß, ob es bis dahin nicht schon alles wieder vorbei gewesen wäre :-(
Außerdem war der Grill wieder voll mit Würstchen, und Pams andere Cousine hatte einen Riesentopf mit Kartoffelsalat mitgebracht.
Bei erneuten Gesängen zur Gitarre und allgemeinem exzessivem Frohsinn ging der Abend dann mit wortwörtlich Wein, Weib und Gesang auch zu Ende. Vernünftigerweise ging es diesmal etwas früher ins Bett.
Der Wettergott war uns hold. Der Sonntag war gekennzeichnet von strahlender Sonne - ich habe meinen ersten Sonnenbrand geholt! Die meiste Zeit lief ich ohne T-Shirt herum. Leider verabschiedeten sich die meisten dann schon mittags, während Pam, Susanne und ich noch hartnäckig faul in der Sonne lagen (bzw. unter dem schattigen Tarp), statt vernünftigerweise das Wetter auszunützen und klettern zu gehen. Es war mir nicht ganz unrecht - ich hatte bei irgendeiner Bewegung den linken Oberarm gezerrt, in den Unterarmen hatte ich ziehenden Muskelkater (ich weiß ehrlich gesagt nicht, woher). Als wäre es nicht genug, hatte ich dann noch, als ich mit eine 7-8cm starken, geraden Aststück Stockdrehen praktizierte, mit den Daumenknöchel und die Wade aufgeschrammt. Ach ja, und gestern hatte ich mir bei einem Kopfball ziemliches Kopf- und Nackenweh geholt, und bei einem Sturz auf schlammigem Grund mich wieder mal unglücklich mit meiner vorbelasteten Hand abgestützt, so daß sie ziemlich weh tat ... jaja, ich Vollinvalide ich ;-)
Als dann drohende Wolken aufkreuzten und zumindest andeuteten, daß die Leute vom Wetterbericht ihren Job nicht völlig umsonst machten, brachen wir dann entgültig unsere Zelte (bzw. das letzte verbliebene Tarp) ab und machten uns unter Getöse (Kamelot, die neue CD, welche ich auch zu Hause zur Zeit rauf und runter höre und die mit jedem Mal besser wird) auf nach Hause, nicht ohne nochmal kurz bei McDonalds vorbeizuschauen, einem alten Ritual folgend, nach dem wir dadurch die Wiedereinkehr in die Zivilsation zelebrieren (bevorzugt in den schmutzigsten Klamotten, die wir so haben, und möglichst schlammverschmierten Wanderstiefeln)!
Nun denn - es ist jetzt zwei Uhr, und es ist Zeit, ins Bett zu gehen ;)
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